Mit der kohlrabenschwarzen Brille durch die Sackgasse des Alltags

Neue Woche, drei neue Themen, ein neuer Beitrag:

MitmachBlog

Die Scheibenwischer des gemieteten Geländewagens kämpften erbittert gegen die herabstürzende Mischung aus Regen und Schnee, während sich am Himmel, etwas nördlich des Polarkreises, geschwächte Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Wolkendecke bahnten. Die Meteorologen hatten ausnahmsweise mal recht: Der Oktober ist dort definitiv der niederschlagsreichste Monat des Jahres. Doch was zuhause nur noch ein resigniertes Kopfschütteln verursacht, ist weit im Norden völlig egal. Zwei Grad, Wind, Schneeregen. Herrlich. Die ganze Schönheit dieser Gegend zeigte sich während der Fahrt zwar nur ansatzweise, doch es reichte bereits aus, um diese Tour als absolut richtig zu bestätigen. Natürlich verzichtete ich auf den Einsatz eines Navigationsgeräts, schließlich befand ich mich inmitten meiner analogen Revolution. Es war zwar für den Notfall dabei, also in irgendeiner Tasche verpackt, aber Landkarten und ein Vorab-Google-Maps-Studium sollten reichen, um das Ziel zu finden.

Ich passierte eine Tankstelle – von dort aus nur noch wenige Kilometer, dann links abbiegen. Das tat…

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Freitagsfragen #1

Schon wieder Freitag und, nicht nur das, schon wieder Februar. Der erste Monat des gerade eben erst begonnenen Jahres ist bereits vorüber. Die Vorspultaste scheint weiterhin zu klemmen. Vielleicht sollte ich mir langsam Gedanken über die nächsten Weihnachtsgeschenke machen. Vorher halte ich jedoch noch kurz die Pausetaste gedrückt und nehme mir Zeit für ein paar Freitags-Fragen, gestellt im Brüllmausblog:


1.) Kommst Du gut mit Schlafmangel zurecht? Wie kämpfst Du gegen die Müdigkeit an?

Lange Zeit dachte ich, dass Kaffee die beste Waffe gegen Müdigkeit sei und mir Schlafmangel nichts ausmachen könne, solange ich ausreichend Kaffeebohnen im Haus habe. Doch in irgendeinem Moment der Erleuchtung stellte ich fest, dass die bösen Zungen Recht hatten und eher das Gegenteil der Fall ist. Diese Erkenntnis führte zwar nicht zum Kaffeeverzicht, aber dazu, die Strategie zu überdenken, um den Teufelskreis nicht ganz so teuflisch werden zu lassen. Aber es ist schwierig und grundsätzlich habe ich der Müdigkeit ab einem bestimmten Punkt nichts mehr entgegenzusetzen. Vorher hilft Ablenkung am besten, irgendeine Form von Aktivität, die weder hohe Konzentration, noch einen Monitor erfordert. Auch frische, kalte Luft kann oft einiges bewirken.

2.) Es gibt Wiedergeburt und weil Du der 300 Milliardendste Gestorbene bist, darfst Du Dir aussuchen, als was Du wiedergeboren wirst. Was wird es sein?

Sofern mein Tod nicht zugleich das Ende der Menschheit darstellt, wähle ich für meine Wiedergeburt den Menschen. Ich weiß, das ist jetzt nicht sonderlich kreativ, aber diesbezüglich bin ich äußerst pessimistisch und denke, dass ich in einer Welt, die von der Menschheit dominiert wird, auf keinen Fall ein anderes Lebewesen sein möchte. Sind die Menschen aber dank meines Ablebens ausgestorben, würde ich durchaus gerne eine andere Art ausprobieren. Meine Wahl fiele dann am ehesten auf den Wolf. Zuhause in der unberührten, beeindruckenden Natur des Nordens und eher an der Spitze der Nahrungskette, also ohne bei jedem Geräusch frühzeitig mein erneutes Ableben befürchten zu müssen.

3.) Sammelst und benutzt Du Gutscheine, Rabattcoupons und dergleichen?

Nein. Zum einen, weil oft eine Kunden-/Supermarktbindung dahinter steckt, auf die ich mich nicht einlassen möchte. Meine Einkäufe richten sich daran aus, was ich gerade benötige und nicht daran, wo ich Punkte sammle oder noch einen Coupon für etwas einlösen kann, das ich nicht brauche. Zum anderen hält sich die effektive Ersparnis dabei, meiner Erfahrung nach, sehr in Grenzen.

4.) Die Wahl der Qual: ständig an Papier schneiden oder ständig etwas ins Auge bekommen?

Für mich als ehemaliger Kontaktlinsenträger eine klare Sache: Lieber ständig an Papier schneiden. Es gibt kaum etwas lästigeres, als ständig etwas ins Auge zu bekommen (oder das Gefühl zu haben, etwas ins Auge bekommen zu haben…).

Immer auf der Suche – 1000 Fragen an mich selbst [#1, 1-20]

Eintausend Fragen an sich selbst, aus dem „Flow-Magazin“, einer „Frauen-Zeitschrift“, wie mir meine ökologische Suchmaschine erklärte. Johanna stellt sie in 20er-Häppchen in ihrem Blog und das, wie sie in ihrem zweiten Beitrag verriet, durchaus auch an Männer. Hier bin ich also, der ewige Querulant, der nun sogar schon Fragen aus Frauen-Zeitschriften beantwortet, nur um wieder einmal eine „Regel“ brechen zu können. Oder weil für mich als Verfechter der bedingungslosen Gleichberechtigung klar ist, dass sich diese Fragen durchaus an alle richten. Und weil auch ich mich kontinuierlich auf der Suche befinde. Ohne exakt zu wissen, wonach. Nach dem „Glück“? Nach mir selbst? Doch eines kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Es sind keine Fragen, die sich nur Mütter stellen. Es sind keine Fragen, die erst ab oder bis zu einem bestimmten Alter relevant oder von äußeren Einflüssen abhängig sind. Es geht schließlich um uns selbst und wenn eines immer und unabhängig von unserer Lebenssituation, unserer Umwelt, oder unserer „Rolle“ relevant ist, dann ist es unser „Ich“.

Vielleicht bringen diese Fragen ja ein wenig Licht ins Dunkle meines Gedanken-Wirrwarrs. Schauen wir mal, wie ich mich mit den Fragen schlage. Oder ob sie mich schlagen.


1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan?

Am Sonntag, da habe ich zum ersten Mal fremde Pferde bei Glatteis aufs Paddock geführt. Oder sie mich, denn mit ihren vier Beinen waren sie wahrscheinlich sicherer unterwegs, als ich unbeholfener Zweibeiner. Und gleich darauf, zuhause, habe ich mir beim wärmenden Kaffee erstmals eine Software zur RAW-Entwicklung gekauft.

2. Mit wem verstehst du dich am besten?

Frage zwei und schon gerate ich ins stocken und muss wieder mein non-konformes Sozialverhalten bestätigen. Es gibt ein paar Menschen, innerhalb der Familie und im Freundeskreis, mit denen ich mich, auf unterschiedliche Arten, gleich (gut) verstehe. Dadurch, dass ich anderen Menschen gegenüber eher etwas distanzierter bin, gibt es keine so enge Beziehung, dass ich sie als „die beste“ hervorheben könnte. Am besten komme ich derzeit tatsächlich mit mir alleine aus.

3. Worauf verwendest du viel zu viel Zeit?

Schwierig zu beantworten, denn so schnell, wie die Zeit momentan vergeht, frage ich mich andauernd, worauf ich überhaupt ausreichend Zeit verwende. Wenn, dann wird es wohl die Arbeit sein, die inklusive der Fahrtzeiten fast 10 Stunden am Tag beansprucht…

4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen?

Obwohl ich mich durchaus als humorvoll betrachte, muss ich gestehen, nur über die wenigsten Witze überhaupt lachen zu können, geschweige denn richtig laut. Meist ist es die berüchtigte Alltagskomik, die mich zum Lachen bringt.

5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst?

Die Frage kann ich gar nicht wirklich beantworten, da es durch meine tief in mir versteckte Gefühlswelt noch gar nicht vorgekommen ist. Doch sollte es passieren, dann aus sehr emotionalen oder schmerzhaften Gründen, die die Wirkung auf andere für mich sicherlich egalisieren.

6. Woraus besteht dein Frühstück?

Meistens aus Kaffee. Ja, entgegen aller üblichen Empfehlungen besteht mein Frühstück erstmal nur aus Kaffee. Oder aus starkem Schwarztee, wenn ich gerade eine Kaffee-freie Phase habe. Gegessen wird dann meisten erst gegen 10 Uhr und dann immer etwas anderes. Müsli, Brot, Brötchen… je nach dem.

7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben?

Es wird wohl an Weihnachten meine Oma gewesen sein – mit dem gefürchteten Begrüßungsküsschen, das mich seit meiner frühen Kindheit verfolgt.

8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter?

Irgendwie könnten wir ungleicher gar nicht sein. Ein Punkt ist aber doch stark ausgeprägt: Das Misstrauen anderen/unbekannten Menschen gegenüber.

9. Was machst du morgens als erstes?

Kaffeebohnen in die Mühle füllen. Ok, vorher setze ich die Brille auf, damit ich die Bohnen nicht der gesamten Küche verteile…

10. Kannst du gut vorlesen?

Das habe ich zuletzt in der Schule getan, oder tun müssen. Es ist also inzwischen ungefähr 13 Jahre her. Beim eigentlichen Lesen, also der Aussprache und der Beachtung aller Satzzeichen, gehörte ich zu den besten. Bezüglich des Unterhaltungswertes, der Anpassung meiner Stimme, Lautstärke oder Geschwindigkeit an den Inhalt des vorgelesenen Textes, versagte ich jedoch auf ganzer Linie. Daher lautet die Antwort vermutlich: Nein. Es sei denn, ich soll eine Urteilsbegründung oder das Ergebnis einer wissenschaftliche Studie vorlesen.

11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?

Mit dem „Glauben“ stehe ich wahrscheinlich seit meiner Geburt auf Kriegsfuß. Wobei ich es als Kind sicherlich noch nicht so genau nahm, wie heute. Ob und wie lange ich an den Weihnachtsmann geglaubt habe, weiß ich nicht mehr. Da in meiner Familie meistens vom „Christkind“ die Rede war, habe ich vielleicht tatsächlich nie an ihn geglaubt. Und an das Christkind nicht lange, da niemand überzeugend genug war, um den Glauben längere Zeit aufrecht erhalten zu können.

12. Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen?

Einen Mustang. Nicht das Pferd, ich bin mit meinem Araber absolut zufrieden. Sondern das Auto. Am liebsten einen älteren, einen 67er vielleicht.

13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne?

Ich könnte vielleicht etwas extrovertierter sein, oder zumindest nicht mehr ganz so vorsichtig anderen Menschen gegenüber.

14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?

Wenn nach Sendungen im klassischen Free-TV gefragt wird habe ich keine, denn das habe ich seit Jahren nicht mehr eingeschalten. Pay-TV und Streaming-Dienste haben jedoch etwas mehr im Angebot, was den Rahmen hier allerdings sprengen würde.

15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen?

Im März 2016 war ich im Heide Park. Ich musste doch endlich den oder die Colossos von meiner ToDo-Liste streichen.

16. Wie alt möchtest du gerne werden?

Ich löse mich immer mehr davon, solchen Zahlen eine große Bedeutung zu schenken. Aus diesem Grund ist es mir egal, welche Zahl an meinem Lebensende steht. Wichtig ist mir, dass ich an diesem Punkt weiß, dass ich mein Leben gelebt, meine Träume verwirklicht und diese einmalige Chance genutzt habe. Dabei möchte ich aber „nur“ so alt werden, wie es mir möglich ist, ein selbstbestimmtes, leidfreies Leben zu führen. Diese Kriterien lassen sich flexibel definieren und ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich sie mit 70 anders bewerten würde, als mein fast-30-jähriges Ich es heute tut.

17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?

Eigentlich an jeden, da es mir bisher nicht gelungen ist, das Gefühl der grenzenlosen Freiheit aus dem Urlaub mit nach Hause, in den Alltag, zu nehmen.

18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an?

Für Liebeskummer bin ich inzwischen womöglich zu pragmatisch. Liebe kann sich in meinen Augen nur entwickeln (oder langfristig bestehen), wenn die Voraussetzungen dazu auf beiden Seiten gegeben sind. Das sind sie in den typischen Fällen von Liebeskummer aber eben nicht, weshalb ich inzwischen seit langer Zeit nicht mehr davon heimgesucht wurde.
In meiner Jugend sah das zum Teil noch anders aus, da gab es Liebeskummer und er war fies und schmerzhaft. Hilflosigkeit, Selbstzweifel, Unverständnis. Und nicht ganz ungefährlich, da er bei Wiederholungen psychisch sehr belastend werden kann.

19. Hättest du lieber einen anderen Namen?

Nein. Ich könnte mir gar keinen anderen Namen für mich vorstellen. Ist wahrscheinlich eine Gewohnheitssache, immerhin trage ich meinen Namen seit fast 30 Jahren.

20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt?

Das kommt gar nicht so selten vor. Glücklicherweise nicht auf die lähmende Art, sondern eher als ein kritisches Hinterfragen meiner Entscheidungen und Handlungen. Zuletzt im Spätsommer, vor dem Kauf meines Pferdes. Diese Zweifel helfen aber, weil sie zu nochmaligem Grübeln anregen und damit durchaus gröbere Fehltritte verhindern. Klar, manchmal nerven sie auch, zum Beispiel wenn mich meine innere Stimme zum hundertsten Male fragt, ob ich mit meinem Job wirklich zufrieden bin oder ich nicht doch noch ein Studium beginnen möchte…

Freitags-Füller #1

Nach längerer Blog-Abstinenz muss hier endlich wieder etwas Bewegung rein. Im Mitmachblog wurde ich zwar schon aktiv, doch auch mein Heimatblog möchte wieder beachtet werden. Zum Auftakt gibt es meinen ersten Beitrag zu den Freitags-Füllern von scrap-impulse.

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1.  Ich glaube, heute  reicht eine Kanne Kaffee nicht aus, um den Tag unbeschadet zu überstehen.

2.  Staubtrockene Kekse esse ich am liebsten mit den Fingern. Denn mit Soßen, geschmolzener Schokolade oder Fett an den Fingern, verwandle ich mich in Monk.

3.  Das Dschungelcamp bei RTL ist auf der Mülldeponie des deutschen Privatfernsehens ideal aufgehoben.

4. Was ich als langjähriger Hundehalter bereits in Ansätzen kennen lernte, wird durch die Arbeit mit meinem Pferd nochmals deutlich gesteigert. Dieses Gefühl der grenzenlosen Freiheit, das vollständige Ausblenden des Alltags mit all seinen Verpflichtungen und das Verschwinden der vielen Gedanken, die mir ständig im Kopf herum schwirren. Ein hervorragender Ausgleich – sogar (oder gerade) in schlechten Zeiten.

5.   Was Kaffee angeht, blickt niemand mehr durch, ob und wie ich ihn trinke. Mal schwarz, mal mit Milch und Zucker, mal literweise, dann eine Woche lang gar keinen…

6. Ich habe mir kürzlich, zum ersten Mal in meinem Leben, Gummistiefel gekauft –  das muss am Wetter liegen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den verschneiten und gefrorenen Heimweg, morgen habe ich geplant, endlich die dritte Staffel „The Walking Dead“ weiterzuschauen und Sonntag möchte ich spontan entscheiden, ob das Wetter es zulässt, mit meiner neuen Kamera loszuziehen!

Meine Rolle als Nichtfreund der Zeit

Zeit für ein Lebenszeichen:

MitmachBlog

In meiner Rolle als Blogger habe ich mich in den letzten Monaten nicht gerade von meiner besten Seite gezeigt. Nicht mal mehr für das monatliche Foto eines Baumes, der direkt vor meinem Küchenfenster herumsteht oder -liegt, hat es gereicht. Dabei dachte ich regelmäßig daran, das Foto zu knipsen und den Beitrag zu verfassen – nur eben nicht mehr zu den richtigen Terminen. Noch nie verging für mich ein Jahr so schnell, wie das Jahr 2017. Gerade erst noch „Fuck 2016“ gebrüllt, da beginnt schon 2018. Kein Wunder, dass ich den Überblick verlor und gerade in der zweiten Jahreshälfte nahezu keine Blog-Aktivität mehr zustande brachte. Es kam mir einfach nicht so lange vor. Und nun ist sogar der erste Monat des neuen Jahres schon wieder zur Hälfte durch. Die Zeit und ich werden vorerst wohl keine Freunde. In diesem Jahr sowieso nicht, wird sie mir doch die „böse 30“ bescheren.

Apropos…

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Von Awards und mystischen Murmeltieren

About The Mystery Blogger Award

This is an award for amazing bloggers with ingenious posts. Their blog not only captivates, it inspires and motivates. They are one of the best out there, and they deserve every recognition they get. This award is also for bloggers who find fun and inspiration in blogging and they do it with so much love and passion.

Okoto Enigma is the creator of the award. To motivate the Blogger please do visit her blog.

Vielen Dank an wortgeflumselkritzelkram und Zeilenende dafür, dass ihr eure Awards so offen habt stehen lassen und ich sie mir schnappen konnte. Korrekt, ich habe mir gleich zwei Awards gegriffen – das ist doppelt so gut für das mystische Selbstvertrauen und verhindert die Nichtbeantwortung interessanter Fragen.

Kein Award ohne Regeln, die in diesem Fall, da der Mystery Blogger Award ursprünglich aus dem englischsprachigen Raum kommt, in Englisch verfasst sind (was mich trotzdem nicht davon abhält, sie zu brechen):

mystery-blogger-award-logo

The Rules of the Award | Die Regeln

  • Put the award logo/image on your blog. | Übernehme das Logo in deinen Blog.
  • List the rules. | Liste die Regeln auf.
  • Thank whoever nominated you and provide a link to their blog. | Danke der Person, die dich nominiert hat, und füge einen Link zu ihrem Blog bei.
  • Mention the creator of the award and provide a link as well. | Nenne die Urheberin des Awards und füge ebenfalls einen Link bei.
  • Tell your readers 3 things about yourself. | Erzähle den Lesern drei Dinge über dich.
  • You have to nominate 10 – 20 people. | Nominiere 10 bis 20 Personen.
  • Notify your nominees by commenting on their blog. | Informiere die Nominierten, indem du in ihrem Blog kommentierst.
  • Ask your nominees any 5 questions of your choice; with one weird or funny question (specify) | Stelle den Nominierten fünf Fragen deiner Wahl; eine davon sollte seltsam oder lustig sein.
  • Share a link to your best post(s). | Teile einen Link zu deinen besten Posts.

Three Things About Myself | Drei Dinge über mich

  • Nach 13 Jahren als Hundehalter habe ich nun die nächste Evolutionsstufe erreicht und bin seit drei Wochen glücklicher Pferdehalter.
  • Ich habe bisher weder ein Harry Potter Buch gelesen, noch einen der Filme gesehen.
  • Jedes Mal, wenn ich den Forderungen der Pogonophobiker in meinem Umfeld nachgebe, gehe ich, trotz meiner fast 30 Jahre, das Risiko ein, bereits beim Kauf einer Flasche Leichtbier meinen Ausweis vorzeigen zu müssen.

5 questions of wortgeflumselkritzelkram| 5 Fragen von wortgeflumselkritzelkram

Kennst du noch den Starschnitt von Bravo? Hattest du jemals einen davon in deinem Zimmer hängen und wen?

Die Bravo war eine Zeitschrift, die zu Zeiten meiner Jugend nahezu jeder las. Für mich war es Grund genug, sie nicht zu lesen – zumal ich bereits früh auf den Spuren der Rockmusik wandelte und ich den meisten Inhalten der Bravo daher eher ablehnend gegenüber stand. Ein Starschnitt hing somit nie in meinem Zimmer – auch nichts vergleichbares anderer Zeitschriften. Generell mag ich keine Bilder von Menschen an meinen Wänden. An ihnen hängen eher neutrale Motive, oder Fotos von Tieren.

Gibt es jemanden, den du gerne einmal interviewen würdest? Warum? Und was würdest du diesen Menschen fragen?

„Wann geben Sie bekannt, dass Sie in Wirklichkeit Satiriker sind und Sie den Menschen mit Ihrer Präsidentschaft nur vor Augen führen wollen, welche Folgen ihre ‚Wahl‘ haben kann, Mr. Trump?“
Warum? Weil ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass es tatsächlich so ist.

In welchem Film möchtest du gerne leben? Warum?

Und täglich grüßt das Murmeltier! Actionreiche Filme machen zwar Spaß beim Anschauen, doch glaube ich nicht, dass ich in einem Rambo- oder Terminator-Film leben wollte. Das gilt auch für Thriller und dramatische Filme. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist eine schöne Mischung aus Humor und Romanze, ist etwas schräg, regt dazu an über das Leben und das eigene Handeln nachzudenken.

Glaubst du an einen tieferen Sinn und welches ist dieser wohl?

Für uns Menschen muss immer alles einen Sinn ergeben, es muss für alles eine plausible Erklärung existieren. Diese Suche nach dem tieferen Sinn ist meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt, weil sie niemals einen Endpunkt erreicht. Wäre „der Sinn des Lebens“ so zu leben, dass im Anschluss das „Paradies“ wartet, so ließe sich wieder die Frage nach dem Sinn eines Paradieses stellen. Oder die Frage nach dem Sinn einer Existenz als „andere Lebensform“. Für mich als Ungläubigen kommen diese Dinge sowieso nicht infrage, was sich auch auf die Sinnfrage auswirkt. Welchen tieferen Sinn soll das Leben schon ergeben, wenn es eines Tages mit der ewigen Nichtexistenz endet? Für mich als Individuum wohl keinen, da ich ohne zu existieren keinen Nutzen aus einem potentiellen Sinn ziehen kann. Wenn, dann geht es eher um das große Ganze, dann liegt der tiefere Sinn darin, dass die Natur ihr volles Potential ausschöpfen und beweisen kann, zu welch unglaublich komplexen Entwicklungen sie fähig ist. Doch auch hier ließe sich fragen, welchen tieferen Sinn das haben soll, wenn sogar die Zeit unserer Galaxie begrenzt ist, wodurch eines Tages womöglich sämtliches Leben der Geschichte angehört. Mit der Suche nach dem tieferen Sinn drehe ich mich bloß im Kreis, daher halte ich es so, dass der Sinn meines Lebens der ist, meine Zeitspanne zu nutzen. Die Chance, überhaupt jemals zu leben – und dann auch noch als Mensch – ist so unglaublich winzig, dass es mir völlig egal sein kann, ob das ganze einen Sinn ergibt, weil es viel zu beeindruckend ist, dass all dies überhaupt möglich ist.

Du hast die Möglichkeit deinen Geist in den Körper eines anderen Menschen zu „transferieren“ – welchen Menschen nimmst du und warum?

Auch im Körper eines anderen Menschen wäre ich weiterhin ich, wodurch ich die Rolle, die die gewählte Person ausfüllt, nicht übernehmen könnte. Daher würde ich am ehesten jemanden wählen, der sich ideal für eine Protestaktion eignet. Zum Beispiel den Fußballspieler Neymar, um „mein“ Vermögen einer gemeinnützigen Organisation zu spenden und meine Fußballkarriere zu beenden, um ein Zeichen gegen den Geldwahnsinn im Fußballgeschäft zu setzen. Allerdings nur, wenn ich mich anschließend zurück transferieren kann…


5 questions of Zeilenende| 5 Fragen von Zeilenende

Was ist der Geruch deiner Kindheit?

Beide Elternteile waren Raucher… ich rieche Zigarettenqualm. Und etwas Kaffee.

Ist Weltfrieden ein realistischer Wunsch?

Sicher, denn spätestens nachdem sich die Menschheit erfolgreich selbst vernichtet hat, herrscht endlich Weltfrieden. Solange es Menschen gibt allerdings eher nicht, erst recht nicht dauerhaft, denn leider habe ich keine große Hoffnung, dass friedensgefährdende Eigenschaften wie Egoismus, Habgier, Geiz, Rücksichtslosigkeit oder Fanatismus abgestellt werden. Jedenfalls nicht von allen und somit wird dieses Konfliktpotential ein stetiger Begleiter der Menschen sein.

Dein bestes Rezept gegen die bald anstehende November-Traurigkeit?

Ach, was wäre der November denn ohne die obligatorische Traurigkeit? Aber um sie nicht ausarten zu lassen: Das Schmieden von (Reise-)Plänen für das neue Jahr ist mein bestes Rezept. Ziele setzen, etwas planen – das lenkt ab und sorgt für einen positiven Blick in die Zukunft. Schließlich gibt es etwas, wofür es sich lohnt, den fiesen November zu überstehen.

Kann man vorher wissen, dass man zu einem ersten Date geht oder weiß man es erst danach?

Tendenziell weiß man es erst danach. Zum einen, weil ein erstes Date durchaus zufällig entstehen kann und zum anderen, weil in der Definition eines Dates mehr steckt, als lediglich ein Treffen. Der berüchtigte Funke muss überspringen, um aus einem Treffen ein Date zu machen. Und ob dies geschieht, lässt sich vorher nicht wissen.

Die verrückte Frage: Wenn du mit einem Murmeltier verheiratet wärst, das telepathisch mit Menschen kommunizieren kann, wie würde das dein Leben verändern?

Da sie einen sehr langen Winterschlaf halten, hätte ich mindestens sechs Monate lang Ruhe. Die Voraussetzungen für eine harmonische Ehe wären also gegeben. Und auch während der Wachphase dürfte es recht entspannt werden, da wir durchaus diverse Gemeinsamkeiten haben, die das Zusammenleben erleichtern: Wir mögen keine Temperaturen über 20°C, können nicht klettern und übernachten in unterirdischen Bauten. Mein Leben würde es dahingehend verändern, dass ich mich langfristig den entspannten Winterschläfen anschließe und meinen Bau im Sommer nur noch zu kühlen Zeiten verlasse. Aber das wäre dann ja auch egal, da ich sowieso nichts mehr zu tun hätte. Außer die kleinen Kapseln zu schlucken, die mir ein weiß gekleideter Mensch zweimal täglich in meinen Bau wirft.

Diese Frage habe ich übrigens erst gelesen, nachdem ich die Antwort auf die Frage nach dem Film, in dem ich gerne leben würde, verfasst habe. Schon mysteriös, wie sehr mich dieses Murmeltier verfolgt. So ist es wohl in der Ehe…


My best Posts | Meine gelungensten Beiträge

Auf dem rechten Auge blind (auf Grund der Bundestagswahl sogar wieder sehr aktuell)
Bilder statt Worte (Bloggen funktioniert manchmal auch wortlos)

Ein (Ab)reisebericht – Prag verlassen leicht gemacht

Tierethik

Über „Mein Name sei Mama“ bin ich auf den „Liebster der anderen Art“ gestoßen. Dieser basiert auf einem Beitrag von Gerda Kazakou und ihren gestellten Fragen, die wiederum vom Tierethik-Blog inspiriert wurden. Das Thema „Tierschutz“ schlummert bereits seit geraumer Zeit in meinen Entwürfen, wurde von mir aber nie abschließend behandelt. Es erscheint mir als zu kompliziert, in weniger als 100.000 Wörtern auszudrücken, wie ich dazu stehe. Jedenfalls wollte es mir bislang einfach nicht gelingen. Der „Liebster der anderen Art“ kommt mir daher sehr gelegen, denn die gestellten Fragen geben einen gewissen Rahmen vor, in dem ich mich bewegen kann. Ein Rahmen, den ich angesichts der komplizierten Thematik gerne nutze.

Kommen wir nun zu den Fragen – und meinen Antworten:


1) Die Grundsatzfrage nach der Stellung des Menschen: Ist er der Herr der Tiere oder ein Lebewesen unter anderen?

Für mich ist der Mensch beides. Er stellt die derzeitige Spitze der Entwicklung des irdischen Lebens dar und wird dadurch zum „Herrn der Tiere“. Ich setzte den Begriff des „Herrn“ aber nicht mit grenzenloser Macht und Kontrolle gleich, sondern sehe darin in diesem Zusammenhang nur den Entwicklungsgrad des Menschen. Das bedeutet auch, dass er trotzdem nur ein Lebewesen unter anderen ist. Zwar höher entwickelt, aber nicht mit höherem „Wert“. Wir Menschen machen (oder versuchen es zumindest… manchmal…) untereinander nichts anderes: Es gibt Menschen mit höherem Bildungsgrad, gefüllteren Geldbeuteln oder besonderer gesellschaftlicher Verantwortung, ebenso wie es Menschen gibt, die nicht über Bildung, Geld oder Ansehen verfügen. Trotzdem sind sie alle „nur“ und gleichermaßen Menschen. Der Erntehelfer aus Osteuropa ist nicht weniger Mensch als eine angesehene Ingenieurin. Ein geringer entwickeltes Lebewesen ist nicht weniger Lebewesen, als der Mensch.

2) Wenn er der Herr ist, welche Verpflichtungen und Rechte erwachsen ihm daraus?

Er hat das Recht, die Möglichkeiten zu nutzen, die ihm seine Existenz als hoch entwickeltes Lebewesen bietet. Die Natur hat den Menschen erschaffen und ihn zu dem Lebewesen gemacht, das er heute ist – daher wäre es eine sinnlose Verschwendung des riesigen Potentials, würde der Mensch die ihm gegebenen Möglichkeiten nicht nutzen. Vielleicht ist es sogar eine seiner Pflichten, zu beweisen, zu welchen Leistungen das Leben fähig ist. Ansonsten besteht die Verpflichtung darin, die Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht auszunutzen oder mit ihnen zu schaden, denn gerade der Mensch ist auf Grund seiner Fähigkeit zu komplexen Gedankengängen dazu in der Lage, die Folgen seines Handelns abzusehen und Entscheidungen zu treffen, die sich statt an egoistischen Kriterien am Wohle des gesamten Systems „Natur“ orientieren.

3) Wenn er nur ein Lebewesen von vielen ist – welchen Lebensraum darf er, soll er für sich beanspruchen?

So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Der Platzbedarf ist auf Grund der Populationsgröße enorm hoch: Landwirtschaft, Industrie, Wohnungen, Geschäfte, Schulen, medizinische Einrichtungen, Straßen – wir beanspruchen eine Menge Lebensraum. Das ist in einem gewissen Maße auch in Ordnung und eine natürliche Folge unseres Daseins als dominierende Spezies. Die Frage lautet: Wie viel davon ist tatsächlich nötig? Müssen für den Bau nobler Stadtvillen halbe Wälder gerodet werden? Müssen Biotope zerstört werden, um Autobahnen zu bauen, weil der Mensch auf dem Weg zur Arbeit oder in den Urlaub gerne ein paar Minuten Zeit sparen möchte oder weil große Konzerne durch kürzere Wege noch ein paar Euro zusätzlichen Gewinn einstreichen können?

4) Soll er alles menschliche Leben erhalten, auch wenn das bedeutet, dass das tierische Leben verdrängt und vernichtet wird?

Theoretisch steht die Erhaltung der eigenen Art im Vordergrund. Die Natur sieht jedoch eine gewisse Regulierung vor, der sich der Mensch durch medizinischen und technischen Fortschritt immer weiter entzieht. Hinzu kommen das rasante Bevölkerungswachstum und die starke Ausweitung des Lebensraums. Das wird auf Dauer zu Problemen führen, wenn die Menschen nicht endlich lernen, ihren Egoismus abzustellen und Vernunft walten zu lassen. Der Mensch greift bei jeder Gelegenheit „regulierend“ ein – nur sich selbst reguliert er nicht. Der krampfhafte Versuch, alles menschliche Leben, auf Kosten anderer Lebewesen, zu erhalten, wird im Ernstfall dazu führen, dass genau das Gegenteil geschieht und plötzlich die Menschheit selbst vor ihrem Ende steht. Wir dürfen nicht vergessen, dass jedes einzelne Lebewesen Teil des „großen Ganzen“ ist und einen immensen Beitrag zur Funktionalität des Ökosystems leistet. Es sind schließlich Tiere, die Blüten bestäuben und Saaten verteilen. Es sind Tiere, die durch das Fressen von Pflanzen oder anderen Tieren Bestände regulieren und die so wichtige Artenvielfalt sichern. Jeder Eingriff hat gravierende Auswirkungen auf das System und letztendlich wird der Erhalt des menschlichen Lebens gar nicht möglich sein, wenn dafür tierisches Leben verdrängt und vernichtet wird.

5) Haben dem Menschen verwandte Tiere ein höheres Lebensrecht als die unverwandten?

Jedes Tier hat seinen Platz und seine Aufgabe im natürlichen Kreislauf und somit exakt das gleiche Lebensrecht, wie alle anderen Tiere/Lebewesen, unabhängig seines Verwandtschaftsgrades zum Menschen. Außerdem ist es oft überraschend, wie nah wir mit Tieren verwandt sind, zu denen man niemals einen näheren Verwandtschaftsgrad vermutet hätte – der Ursprung unserer eigenen Lebens ist nun mal identisch mit dem aller anderen Lebewesen.

6) Gibt es böse und gute Tiere, schädliche und nützliche, schützenswerte und überflüssige, unabhängig von menschlichen Erwägungen?

Da jedes Tier eine Existenzberechtigung hat, gibt es keine besonders nützlichen oder schädlichen, guten oder bösen. Auch die sogenannten „Schädlinge“ existieren nicht ohne jeden Grund und erfüllen außerordentlich wichtige Funktionen, auch wenn sie uns selbst auf unschöne und schmerzhafte Weise treffen können. Die Wertungen „böse“, „schädlich“, „gut“ oder „nützlich“ bringt erst der Mensch hinein, weil er anhand egoistischer Kriterien urteilt. Und ohne die Eingriffe des Menschen und deren Folgen, gäbe es gar keine besonders schützenswerten Tiere.

7) Haben sie alle dasselbe Recht auf Leben, weil „Gott sie geschaffen hat“ ?

Dasselbe Recht auf Leben ja, aber, auf Grund meines fehlenden Glaubens an einen Gott, aus anderen Gründen:

8) Oder warum sonst?

Weil die Natur sie geschaffen hat. Weil sie alle ihren Platz im Ökosystem haben und eine wichtige Funktion ausüben, die sich auf die Funktionalität des gesamten Systems auswirkt. Und weil kein Lebewesen das Recht hat, einem anderen Lebewesen das Lebensrecht zu verwehren.

9) Persönlichen Überzeugungen: Was halte ich für gut und richtig, was für abscheulich, auch wenn es strafrechtlich zulässig und gesellschaftlich toleriert ist?

Es gibt viel zu viele abscheuliche Dinge, die strafrechtlich zulässig sind und gesellschaftlich toleriert werden. Im Grunde jede Form von Tierquälerei, ganz gleich ob diese im Rahmen von Tierversuchen, zur Unterhaltung in Zirkussen, zur Nahrungserzeugung in der Massentierhaltung, aus bloßer Rücksichtslosigkeit oder aus Unwissenheit erfolgt. Der Mensch darf Tieren kein Leid zufügen, gerade weil er dazu in der Lage ist, Leid zu erkennen und es zu vermeiden. Weil die Natur ihm dieses komplexe Gehirn in den Kopf gepflanzt hat, mit dem er Wege entwickeln kann, die für alle Beteiligten gut sind und nicht nur für ihn selbst, mit dem er sich moralische Fragen stellen kann und durch das er so etwas wie ein „Gewissen“ erhält. Umso tragischer ist die aktuelle Gesetzgebung, die sowohl weiterhin Tieren viel zu wenige Rechte einräumt, als auch ein viel zu hohes Maß an Tierquälerei gestattet, obwohl es uns möglich wäre, dies grundlegend zu ändern. Stattdessen dominieren der menschliche Egoismus, Faulheit, die Gier nach Luxus, Geld und maßlosem Überfluss.

Die Massentierhaltung ist das perfekte Beispiel für die Vereinigung aller negativen menschlichen Eigenschaften. Sie dient lediglich dazu, Supermärkte mit einem gigantischen Überangebot auszustatten, damit des Menschen Gier nach grenzenloser Auswahl befriedigt und der Profit beteiligter Unternehmen gesteigert wird. Um diese beiden Ziele zu erreichen, nimmt der Mensch in Kauf, dass wehrlose Tiere unvorstellbar grausamen Zuständen ausgesetzt werden – ohne dass dafür auch nur ein winziger Hauch von Notwendigkeit besteht. Für den Menschen geht es dabei nicht ums Überleben, er hält und tötet die Tiere nicht, weil er seinen leeren Magen mit ihrem Fleisch füllen muss, sondern einfach nur, weil er es will. Das ist es, was den Menschen von der Hyäne unterscheidet, die ihr Beutetier teils noch bei vollem Bewusstsein quälend zerreißt. Für sie geht es ums nackte Überleben, für den Menschen nur um die Erfüllung seines Anspruchs an Luxus.

Doch ist es bereits im Grundsatz falsch, ein Tier zu töten und es zu essen? Ist tatsächlich nur eine vegetarische oder vegane Lebensweise moralisch vertretbar? Ich denke, das größte Problem ist zunächst die Menge und daraus resultierend die Art ihrer Erzeugung. Alles (nicht nur Fleisch/tierische Produkte) muss in unbegrenzter Menge, zu jeder Zeit, an jedem Ort verfügbar sein. Mal ein Stück Fleisch zu essen, bei dem man sich sicher sein kann, dass es aus nachhaltiger und „artgerechter“ Haltung stammt, könnte durchaus legitim sein (nicht nur, weil ich es selbst so praktiziere). Es gibt sogar schon diverse Ansätze, die genau hier greifen, wie zum Beispiel das „Crowdbutching“. Die Antwort auf diese Frage hängt in erster Linie von der individuellen Einstellung ab und davon, ob ich akzeptieren kann, dass für mein Essen ein Lebewesen sterben (nicht leiden!) musste. Darüber lässt sich wieder lange diskutieren – ich konnte mich bislang nicht mal mir selbst auf einen Weg einigen. Denn einerseits ist es doch in Ordnung, wenn die Kuh ein „glückliches“ Leben hatte – andererseits widerspricht das Töten meiner Forderung nach „Grundrechten für Tiere“. Einerseits ist es natürlich, Fleisch zu essen, denn sollten wir es nicht tun, hätte uns die Natur das Verdauungssystem eines Pflanzenfressers verpasst – anderseits ist diese Argumentation sehr schwach für ein Lebewesen, das sich generell immer stärker dem Einfluss der Natur entzieht (oder entziehen will). Ich kann meinen Fleischkonsum schlecht mit Natürlichkeit rechtfertigen, wenn ich auf der anderen Seite Medikamente nehme, um Krankheiten zu behandeln, deren natürlicher Verlauf zu meinem Tod führen könnte. Entweder ganz, oder gar nicht. Es ist letztendlich also wieder nichts weiter als purer Egoismus, sogar dann, wenn das Steak von einer Kuh stammt, die ihr Leben glücklich auf einer „Alpenwiese“ verbrachte. Sie wurde getötet, weil ich das Steak essen wollte – nicht weil ich es auf Grund drohendem Hungertodes essen musste.

Daher lasse ich diese Frage vorerst unbeantwortet stehen – viel wichtiger ist jetzt, dass die dramatische Problematik namens Massentierhaltungquälerei endlich angegangen und in die Knie gezwungen wird. Keine Frage – eine vegane Lebensweise (nicht nur Ernährung!) ist sicherlich hilfreich, da sie nicht nur die offensichtlichen Problempunkte angreift, wie Fleisch oder andere tierische Erzeugnisse, sondern den Gebrauch von Tieren im Allgemeinen – eben auch den verdeckten, wie für Reinigungsmittel, Kosmetika oder Kleidung. Die Massentierhaltung und -quälerei greift auf viel umfangreichere Weise in unseren Alltag ein, als es auf den ersten Blick scheint. Ein wichtiger Kampf, an dem ich mich gerne beteilige. Zwar noch nicht mit der absoluten Konsequenz eines Veganers, aber bereits mit einer drastischen Reduzierung und der Konzentration auf Nachhaltigkeit. Der offenen Frage, ob es überhaupt „erlaubt“ ist, ein Tier zu essen, stelle ich mich abschließend, sobald das derzeit größte Problem gelöst ist. Obwohl ich bereits jetzt eher zu einem Nein tendiere und dazu anzuerkennen, dass ich gegen meinen eigenen Grundsatz verstoße. Weil in der Gesellschaft, in der ich lebe, absolut keine Notwendigkeit dazu besteht, sich von Tieren zu ernähren.

VERÄNDERUNG IN ZWÖLF SCHRITTEN [7]

Ohne lange zu zögern verkündete ich, an Zeilenendes neuem Projekt teilzunehmen und ein Motiv ein Jahr lang mit meiner Kamera zu begleiten. An jedem letzten Sonntag eines eines Monats werde ich hier ein Bild des ausgewählten Motivs präsentieren und die Veränderungen beobachten, die in der Zwischenzeit erfolgt sind. Die Links zu den Beiträgen der (vielen) weiteren Teilnehmer findet ihr aus Gründen der Übersichtlichkeit in Zeilenendes Beitrag.


Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Naja, was man hier so Sommer nennt. Ich glaube, wir haben in diesem Jahr noch nicht einmal die 30°C Marke erreicht. Auch wenn die letzten Bilder stets sommerlich-warmes Wetter vermuten ließen, hatte es doch eher etwas von langanhaltendem Herbst.

Was der Apfelbaum davon hält? Seht selbst:

sdr

12 Monate #7

Ein leiser Abschied

Ich sitze auf einem schmalen Streifen aus trockenem Sand im vorderen Drittel des Strandes. Meinen Blick auf das offene Meer gerichtet, das mir rauschende Wellen entgegenschickt, die sich beim Aufprall auf das Festland ein letztes Mal aufbäumen, ehe sie in sich zusammensacken und über den feuchten Sand ins Meer zurückfließen. Diesem Spektakel könnte ich stundenlang zusehen, während um mich herum der Wind tobt, der feinste Wassertropfen und Sandkörner durch die Luft wirbelt, die bei falscher Kopfhaltung zu brennenden Augen führen. In manchen Augenblicken wirkt es, als wolle sich das Meer beruhigen. Die Wellen flachen ab, der Wind lässt nach und Stille breitet sich aus. Doch bereits im nächsten Moment bringt eine frische Bö die Rauheit der Nordsee zurück, begleitet von der Sonne, deren wärmende Strahlen sich einen nicht endenden Kampf mit der Wolkendecke liefern und dem Himmel einen warmen Farbton verleihen. Ein Licht, wie ein Hoffnungsschimmer, der sich langsam dem Horizont nähert und im Meer zu versinken droht. Zum greifen nah und doch kann ich nichts weiter tun, als zuzusehen. Ich schaue mich um, weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen. Nur ein paar Möwen drehen über mir ihre Kreise. Ich bin allein, gänzlich allein, zum ersten Mal nach so vielen Jahren. Die Einsamkeit, ein sonst so wichtiger Begleiter auf meinen Reisen, schlägt diesmal mit all ihrer Bitterkeit zu und zeigt mir ihr wahres Gesicht. Trotzdem steckt auch etwas gutes in ihr, denn sie umhüllt mich nicht bloß mit schmerzender Trauer. Sie rüttelt mich wach, zeigt mir den hoffnungsvoll glühenden Horizont, erinnert mich daran, dass auf das Ende des einen der Beginn eines neuen Tages folgt, dass ich nicht die Hoffnung, sondern den schweren Stein des Verlustes, der auf mir lastet, im Meer versenken muss. Ich stehe auf, nähere mich der tosenden Brandung, salziges Wasser umspült meine Schuhe und nimmt eine Träne mit, die von meinem Gesicht hinab tropfte. Tief in meinem Inneren vergraben, gelangen meine Gefühle beinahe nie nach außen und sind für andere stets unsichtbar, während sie sich in mir stauen und sich immer wieder wie ein Schleier über meine Gedanken legen. Hier, in dieser vollkommenen Einsamkeit, gelingt es mir endlich, sie herauszulassen und mich von ihrer Last zu befreien. Am Horizont läutet die Sonne mit einem letzten Lichtspektakel das Ende des Tages ein und die hinterlassene Lücke in meinem Leben füllt sich mit vielen schönen Erinnerungen und Dankbarkeit für 13 wundervolle Jahre.

hoffnungsschimmer

Ein Traum [abc.etüden #1]

Auf Grund des aktuellen Sommerlochs (oder nennen wir es in meinem Fall das Jahr-2017-Loch) bin ich dankbar für jede Inspiration, die mir dazu verhilft, einen Beitrag zu verfassen. Mit den „abc.etüden“ liebäugelte ich bereits einige Male, nun ist es an der Zeit, mich der Herausforderung des „Drabbles“ zu stellen und die drei von Christiane genannten Wörter in einem (exakt) 100 Wörter umfassenden Text unterzubringen.

2017_33_drabblemezzo_1


Als er den Deckel der Kiste anhob, breiteten sich wieder Zweifel aus. Doch er konnte nicht ewig Trübsal blasen, denn er hatte einen Traum zu verwirklichen. Den größten Traum seines Vaters. Das hatte er ihm versprochen. Er legte den Deckel zur Seite, griff in die Kiste hinein und holte die Flaschenpost hervor, die sein Vater vor vielen Jahren am Ufer der Morača fand. Auf seinem alten Schreibtisch war noch immer die Karte Mazedoniens ausgebreitet, das kleine Dorf Ljevišta rot umrahmt. Dort sollte die Suche nach der Empfängerin des Briefes beginnen, die der Absender so liebevoll als seine kleine „Sonnenblume“ bezeichnete.